Eigenbluttherapie PRF

PRF (Platelet-Rich Fibrin) ist ein Konzentrat aus körpereigenem Blut, das nach einer kleinen Blutentnahme in der Praxis aufbereitet wird. Es kann nach oralchirurgischen Eingriffen in die Wunde eingebracht werden und unterstützt dort die Heilung. Wir setzen es gezielt ein, wo es nach aktuellem Stand sinnvoll ist — nicht routinemäßig.

Das Wichtigste im Überblick

Hier finden Sie die wichtigsten Punkte zur Eigenbluttherapie mit PRF auf einen Blick.

01
Worum es geht

Aus einer kleinen Menge Ihres eigenen Blutes wird in einer Zentrifuge ein Fibrin-Konzentrat gewonnen, das in der Wunde die natürliche Heilung unterstützen kann.

  • körpereigenes Material
  • Fibrin und Wachstumsfaktoren
  • in der Praxis aufbereitet
02
Wann sinnvoll

Vor allem bei Eingriffen mit anspruchsvoller Heilung — etwa nach Zahnextraktionen, beim Knochenaufbau, Sinuslift oder bei der Behandlung tiefer Defekte.

  • nach Zahnextraktion
  • begleitend zum Knochenaufbau
  • tiefe Defekte
03
Was das Ziel ist

Ziel ist eine ruhige, gut verlaufende Wundheilung — mit dem Potenzial, Schwellung und Beschwerden in den ersten Tagen zu reduzieren.

  • Heilung unterstützen
  • körpereigen
04
Was Sie wissen sollten

PRF ist kein Wundermittel. Es kann die Heilung unterstützen, ersetzt aber keine sorgfältige Operation und keine konsequente Nachsorge.

  • Adjuvans, kein Ersatz
  • moderate Effekte
  • gezielt einsetzen

Wann PRF sinnvoll sein kann

PRF wird nicht routinemäßig bei jedem Eingriff eingesetzt, sondern dort, wo ein erkennbarer Nutzen zu erwarten ist.

PRF kann sinnvoll sein:

Nach Zahnextraktionen, um das Zahnfach zu schützen
Begleitend zum Knochenaufbau oder Sinuslift
Bei Patienten mit erhöhtem Heilungsrisiko (z. B. ältere Patienten, bestimmte Vorerkrankungen)
Bei chirurgischen Eingriffen an Implantaten oder tiefen Defekten

Vorher wichtig zu klären ist:

Liegen Gerinnungsstörungen oder Bluterkrankungen vor
Werden blutverdünnende Medikamente eingenommen
Was ist der konkrete erwartete Nutzen in Ihrem Fall
Gibt es Bedenken oder Fragen zur Eigenbluttherapie

So läuft die Behandlung ab

PRF wird parallel zum eigentlichen Eingriff vorbereitet — meist am selben Termin.

01
Beratung und Abklärung

Wir klären, ob PRF in Ihrem Fall sinnvoll ist — auf Basis des geplanten Eingriffs, Ihrer Gesundheitssituation und der aktuellen Medikamente.

02
Blutentnahme am Behandlungstag

Vor dem Eingriff wird eine kleine Menge Blut aus einer Armvene entnommen — ähnlich wie bei einer Routine-Blutuntersuchung.

03
Aufbereitung in der Zentrifuge

Das Blut wird in einer speziellen Zentrifuge aufbereitet. Innerhalb weniger Minuten entstehen dabei Fibrin-Membranen oder ein flüssiges Konzentrat, die direkt verwendet werden.

04
Einbringen in die Wunde

Während oder am Ende des Eingriffs wird das PRF in die Wunde eingebracht — als Auflage, Beimischung zu Knochenersatzmaterial oder zum Verschluss von Alveolen.

Wichtig zu wissen

PRF steht für „Platelet-Rich Fibrin“ — übersetzt etwa „Fibrin mit hohem Anteil an Blutplättchen“. Es ist ein Konzentrat aus Ihrem eigenen Blut, das in einer Zentrifuge aufbereitet wird. Dabei trennen sich Bestandteile, die für die Wundheilung wichtig sind (Fibrin, Blutplättchen, Wachstumsfaktoren), von den übrigen Blutbestandteilen. Das fertige PRF wird direkt im Anschluss in die Wunde eingebracht — es enthält ausschließlich körpereigenes Material, keine Zusatzstoffe oder Fremdsubstanzen.

PRF kann die Wundheilung in den ersten Tagen unterstützen — viele Patienten berichten von weniger Schwellung und Beschwerden nach dem Eingriff. Bei Knochenaufbauten und tiefen Defekten gibt es Hinweise, dass PRF die Geweberegeneration begünstigen kann. Die Effekte sind in der Forschung dokumentiert, aber moderat — PRF ist eine Unterstützung, kein Heilbeschleuniger. Eine Garantie für ein besseres Ergebnis gibt es nicht.

Wir setzen PRF gezielt ein, vor allem bei umfangreicheren Eingriffen oder besonderen Situationen: nach komplizierten Zahnextraktionen, begleitend zum Knochenaufbau oder Sinuslift, bei der Behandlung einer Periimplantitis oder bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Heilungsrisiko. Bei einfachen, gut heilenden Eingriffen halten wir den zusätzlichen Aufwand nicht für gerechtfertigt.

Nein — PRF und Knochenersatzmaterial haben unterschiedliche Aufgaben. Knochenersatzmaterial dient als Gerüst, in das neuer Knochen einwachsen kann. PRF unterstützt die Heilung des umliegenden Gewebes. Beides wird oft in Kombination eingesetzt — PRF ersetzt das Gerüstmaterial nicht, sondern ergänzt es.

Die Risiken sind sehr gering, weil ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird — allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten sind praktisch ausgeschlossen. Die Blutentnahme selbst kann selten zu einem kleinen Bluterguss oder einer kurzen Reizung an der Einstichstelle führen. Wenn Sie blutverdünnende Medikamente nehmen oder eine Gerinnungsstörung haben, klären wir vorab, ob PRF in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Etwas, aber nicht wesentlich. Die Blutentnahme dauert wenige Minuten, die Aufbereitung in der Zentrifuge etwa zehn bis fünfzehn Minuten — parallel werden Sie für den eigentlichen Eingriff vorbereitet. Insgesamt verlängert sich der Termin um etwa 15 bis 20 Minuten.

PRF ist eine Privatleistung, die in der Regel nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird — auch dann nicht, wenn der eigentliche Eingriff Kassenleistung ist. Die Kosten hängen vom Umfang der Anwendung ab. Im Beratungstermin erstellen wir einen detaillierten Kostenplan, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Direkt anrufen
Direkt anrufen
Termin buchen
Termin buchen