Zahnunfälle
Sie erreichen uns telefonisch:
Montag bis Freitag
von 9 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr
Außerhalb unserer Telefonzeiten hilft der zahnärztliche Notdienst rund um die Uhr unter 01801 116 116 (0,039€/Minute) und bei schweren Verletzungen der Notruf 112.
Das Wichtigste in den ersten Minuten
Was Sie selbst tun können, bevor Sie zu uns kommen — auf einen Blick.
Beruhigen Sie sich und die betroffene Person, prüfen Sie zusätzliche Verletzungen und rufen Sie uns sofort an.
- Anruf zuerst
- weitere Verletzungen prüfen
- ruhig bleiben
Ausgeschlagener Zahn: nur an der Krone anfassen, nicht reinigen oder abwischen. Sofort in eine Zahnrettungsbox legen — alternativ in H-Milch, im Notfall in den Mundvorhof.
- nicht abwischen
- Zahnrettungsbox / H-Milch
- niemals trocken lagern
Je schneller ein ausgeschlagener Zahn versorgt wird, desto besser sind die Aussichten auf Wiedereinheilung — idealerweise innerhalb der ersten Stunde.
- erste Stunde wichtig
- nicht warten
- direkt zur Praxis
Auch bei abgebrochenen, gelockerten oder verschobenen Zähnen sollten Sie kurzfristig kommen — manche Folgen zeigen sich erst nach Tagen.
- auch ohne sichtbaren Verlust
- Spätfolgen möglich
- rasche Kontrolle
Welche Verletzungen gibt es
Zahnunfälle reichen vom kleinen Schmelzabsplittern bis zum vollständig ausgeschlagenen Zahn — die Behandlung richtet sich nach Art und Ausmaß.
Typische Verletzungen:
Vor Ort wichtig zu klären ist:
So helfen wir
Vom Anruf bis zur Nachkontrolle — der Ablauf bei einem Zahnunfall.
Beim Anruf klären wir die wichtigsten Punkte und sagen Ihnen, was Sie bis zur Ankunft konkret tun können — vor allem, wie Sie einen ausgeschlagenen Zahn richtig lagern.
Bei einem Zahnunfall werden Sie kurzfristig aufgenommen. Eine erste Untersuchung und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen klären das Ausmaß der Verletzung.
Je nach Befund wird der Zahn wieder eingesetzt und geschient, ein gelockerter Zahn stabilisiert, eine Bruchkante versorgt oder, wenn nötig, ein vorläufiges Vorgehen besprochen.
Nach der Erstversorgung sind regelmäßige Kontrollen über Wochen und Monate wichtig — manche Spätfolgen (z. B. Nervschäden, Wurzelresorption) zeigen sich erst mit Verzögerung.
Wichtig zu wissen
Rufen Sie uns sofort an, damit wir Sie schnellstmöglich aufnehmen können. Suchen Sie den Zahn, fassen Sie ihn nur an der Krone an (nicht an der Wurzel) und wischen Sie ihn nicht ab. Legen Sie ihn am besten in eine Zahnrettungsbox aus der Apotheke. Wenn keine zur Hand ist, in H-Milch — und nur im äußersten Notfall in den Mundvorhof zwischen Wange und Zahnreihe. Niemals trocken transportieren. Je schneller Sie in der Praxis sind, desto besser sind die Aussichten.
Auch das sollte zeitnah versorgt werden — schon allein, um die Bruchkante zu glätten und den Nerv zu schützen. Wenn Sie das Bruchstück finden, bringen Sie es in einem feuchten Tuch oder einer Box mit. In manchen Fällen lässt es sich wieder ankleben. Wenn nicht, kann der Zahn mit Kunststoff aufgebaut werden.
Ausgeschlagene Milchzähne werden in der Regel nicht wieder eingesetzt — der Versuch könnte den darunter liegenden bleibenden Zahn schädigen. Wichtig ist aber, dass das Kind dennoch zeitnah untersucht wird: Nachbarzähne und Zahnkeime sollen geprüft werden. Bei größeren Verletzungen oder Unsicherheit melden Sie sich bitte zeitnah.
Das hängt vor allem von zwei Dingen ab: wie der Zahn gelagert wurde und wie viel Zeit zwischen Unfall und Versorgung vergangen ist. Bei optimaler Lagerung in einer Zahnrettungsbox und Versorgung innerhalb der ersten Stunde sind die Aussichten gut, dass der Zahn wieder einheilt. Mit jeder weiteren Stunde sinken die Chancen, und ein trocken gelagerter Zahn hat schon nach kurzer Zeit deutlich schlechtere Aussichten.
Eine Garantie gibt es nie — auch ein wieder eingesetzter Zahn kann Jahre später ausfallen. In diesem Fall ist ein Implantat oft die Folgelösung.
Nach einem Zahnunfall können Spätfolgen auftreten: Der Nerv im Zahn kann nach Wochen oder Monaten absterben, an der Wurzel können Resorptionsprozesse einsetzen, ein gelockerter Zahn kann sich verfärben.
Regelmäßige Kontrollen über mehrere Monate erlauben es, solche Entwicklungen früh zu erkennen und zu behandeln, bevor sie zum Verlust des Zahns führen.
Bei einem ausgeschlagenen bleibenden Zahn zählt jede Stunde — warten Sie nicht bis Montag. Außerhalb unserer Sprechzeiten wenden Sie sich an den zahnärztlichen Notdienst oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 116. Bei größeren Verletzungen mit Kopfbeteiligung, Bewusstseinstrübung oder starken Blutungen ist eine Notaufnahme der richtige Weg.
Die Notfallversorgung bei Zahnunfällen wird von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel als medizinisch notwendige Leistung übernommen. Wenn es einen Unfallgegner gibt (z. B. Sportunfall, Schulweg), sind oft Haftpflicht- oder Unfallversicherungen zuständig. Wir helfen Ihnen bei der Klärung — Priorität ist aber zunächst die schnelle Versorgung, die Kostenfragen klären wir im Anschluss.