Wurzelspitzenresektion
Das Wichtigste im Überblick
Hier finden Sie die wichtigsten Punkte zur Wurzelspitzenresektion auf einen Blick.
Die entzündete Wurzelspitze und das umliegende erkrankte Gewebe werden chirurgisch entfernt, um den Zahn zu erhalten.
- Entfernung der Wurzelspitze
- Zahnerhalt-Versuch
- chirurgischer Eingriff
Wenn eine Wurzelbehandlung nicht erfolgreich war oder nicht ausreicht — und der Zahn aus Sicht des Behandlers erhaltenswert ist.
- nach erfolgloser Wurzelbehandlung
- chronische Entzündung
- Zyste an der Wurzelspitze
Ziel ist der dauerhafte Erhalt des eigenen Zahns — die natürliche Wurzel bleibt im Knochen verankert.
- Zahn erhalten
- eigene Wurzel im Knochen
- Entzündung beseitigen
Eine WSR kann gelingen oder scheitern. Bei ungünstiger Ausgangslage ist Extraktion mit späterem Implantat oft die ehrlichere Alternative.
- kein Erfolgsversprechen
- Alternative: Implantat
- gemeinsame Entscheidung
Wann eine Wurzelspitzenresektion sinnvoll sein kann
Eine WSR kommt vor allem dann infrage, wenn klassische Behandlungswege ausgeschöpft sind und der Zahn aus medizinischer Sicht erhaltenswert ist.
Eine WSR kann sinnvoll sein:
Vorher wichtig zu klären ist:
So läuft die Behandlung ab
Von der ersten Einschätzung bis zur abgeschlossenen Heilung läuft die Behandlung in mehreren Schritten ab.
Mit einer Untersuchung und einer 3D-Bildgebung beurteilen wir die Lage der Wurzelspitze, das Ausmaß der Entzündung und die Erfolgsaussichten.
Vor dem Eingriff besprechen wir offen, ob die WSR oder eine Extraktion mit späterem Implantat in Ihrer Situation der bessere Weg ist.
Der Eingriff wird ambulant unter lokaler Betäubung oder auf Wunsch im Dämmerschlaf durchgeführt. Die Wurzelspitze und das erkrankte Gewebe werden entfernt, die Wurzel von unten verschlossen.
Nach dem Eingriff begleiten wir die Heilung mit klaren Nachsorge-Hinweisen. Eine Röntgenkontrolle nach einigen Monaten zeigt, ob der Knochen sich regeneriert.
Wichtig zu wissen
Eine erneute Wurzelbehandlung über den Zahn ist meist der erste Weg, wenn das technisch möglich und erfolgversprechend ist. Eine WSR kommt vor allem dann ins Spiel, wenn der Zahn zum Beispiel überkront ist, ein Stift im Wurzelkanal sitzt oder die Wurzelkanäle so eng oder verlegt sind, dass sie nicht mehr regulär behandelt werden können. Auch bei einer Zyste an der Wurzelspitze ist die chirurgische Entfernung oft notwendig. Welcher Weg in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam mit Ihrem Hauszahnarzt.
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Für eine WSR spricht der Erhalt des eigenen Zahns mit natürlicher Wurzel im Knochen — bei guter Ausgangslage eine bewährte Lösung. Für eine Extraktion mit Implantat spricht: wenn die Erfolgsaussichten der WSR gering sind, ist es oft sinnvoller, gleich den stabileren Weg zu gehen, statt eine WSR zu versuchen, die Monate später doch zur Extraktion führt. Wir besprechen offen, wo die Wahrscheinlichkeiten in Ihrem Fall liegen — und entscheiden gemeinsam.
Der Eingriff selbst wird unter lokaler Betäubung oder auf Wunsch im Dämmerschlaf durchgeführt. In den Tagen danach können Schwellungen, ein Druckgefühl oder leichte Beschwerden auftreten. Übliche Schmerzmittel reichen in der Regel aus. Was Sie konkret erwartet, hängt vom betroffenen Zahn und vom Umfang des Eingriffs ab.
Die Erfolgswahrscheinlichkeit hängt stark von der Ausgangssituation ab: Lage des Zahns, Zustand der Wurzel, Umfang der Entzündung. Bei guter Ausgangslage und sorgfältiger Durchführung sind die Aussichten gut. Eine Garantie kann es bei einem biologischen Heilungsvorgang nie geben. Genau deshalb besprechen wir die individuellen Aussichten vor dem Eingriff offen mit Ihnen.
Die Schleimhaut heilt in ein bis zwei Wochen. Den vollständigen Knochenumbau im Bereich der ehemaligen Entzündung sieht man im Röntgenbild oft erst nach sechs bis zwölf Monaten — wir kontrollieren das mit einer Röntgenaufnahme nach einigen Monaten. Schmerzfreiheit und normale Belastbarkeit stellen sich in der Regel deutlich früher ein.
Wie bei jedem oralchirurgischen Eingriff kann es zu Schwellungen, Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen kommen. Bei WSRs im Unterkiefer-Seitenzahnbereich besteht je nach Lage ein Risiko für vorübergehende oder selten dauerhafte Empfindungsstörungen am Nerv. Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich kann die Kieferhöhle berührt werden. Auch ein Misserfolg der WSR ist möglich — dann wird die nächste Option besprochen. Genau deshalb arbeiten wir mit 3D-Bildgebung.
Wenn die WSR medizinisch notwendig ist, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Grundleistung in der Regel — abhängig von der Position des Zahns. Bei Backenzähnen im hinteren Bereich gelten teilweise Einschränkungen. Zusatzleistungen wie 3D-Bildgebung oder Dämmerschlaf sind oft Privatleistungen. Was in Ihrem Fall übernommen wird und welche Kosten anfallen, klären wir vor dem Eingriff transparent.